DRM-Debakel: smarter Türöffner Nello One bald Schrott?

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Das Münchner Startup LOCUMBI LABS GmbH hat am 22.07.2019 einen Eigen-Insolventantrag gestellt. Nach Abschaltung der Server wären die smarten Türöffner…

Was los? Sonst stehen doch auch immer alle auf proprietäre Hardware. Das sowas irgendwann mal bei einem dieser Hersteller passiert, war doch absehbar.

Da kann man nur zustimmen…es war absehbar, dass solche Vorkommnisse passieren werden, wenn man sich von einem Hersteller alleine in diesem Bereich so abhängig macht!
Eine große, ungeklärte Frage bleibt bislang immer noch unbeantwortet im Raum stehen: Was passiert mit den vielen Käufern des Systems in einigen Tagen, wenn die Server dann wirklich abgeschaltet werden??
Müssen diese dann auf eigene Kosten wieder auf andere Systeme oder auf analoge Türschlösser wechseln, trotz eventueller bestehender Garantie oder -Gewährleistungsansprüchen?
Kommen diese Käufer nach der Abschaltung überhaupt noch in ihre Wohnungen / Häuser problemlos rein (Käufer, die von dem neuen Umstand bisher noch keine Kenntnis haben!)?
Und viele weitere Fragen, welche bislang völlig ungeklärt im Raum stehen!
LOCUMBI LABS GmbH :-1: Danke, aber NEIN DANKE !!!

Gab doch bei Pebble (Smartwatch) genau so ne Geschichte auch.

Die Lösung eine „Community Driven“ Weiterführung.

„Ein Großteil der Pebble-Server wurde im Juli 2018 abgeschaltet. Einen weitgehenden Ersatz bietet das Community-Projekt Rebble.“

Sollte hier doch auch möglich sein.

Geld wird vermutlich niemand wiederbekommen … Ich vermute mal die Firma würde keine Insolvenz anmelden wenn Vermögen da wäre …

Dazu müsste sich aber auch erstmal eine Community innerhalb der sehr kurzen Frist bilden können, welche dann letztlich auch die technischen und finanziellen Möglichkeiten besitzt, das Projekt als solches 1:1 weiterführen zu können!
Bei einem Türöffnungssystem stehen nun mal auch völlig andere Sicherheitsaspekte dahinter, wie bei einer Smartwatch! Das erhöht für eine Community-Lösung natürlich die Verantwortung um ein vielfaches - da spielt natürlich auch das Vertrauen der Beteiligten zu einer adäquaten Lösung eine sehr große Rolle!!
Um diese ganzen Punkte im Vorfeld klären zu können, wird wohl der Faktor Zeit einfach nicht ausreichend sein, beim aktuellen Stand um die insolvente Firma!

Du glaubst bei iot echt an Sicherheit?

Ich glaub selbst die größeren Wettbewerber wurden alle schon Mal aufgemacht

Die Firma könnte den Code doch Open source machen bzw der Community zur Verfügung stellen oder wenigstens ne API Beschreibung

…nicht wirklich!!

Klar wäre das eine Möglichkeit! Allerdings befürchte ich dabei, dass zwischen dem Abschalten der ursprünglichen Server und dem Start einer zuverlässigen Lösung, einige Tage wenn nicht mehr an Zeit ins Land ziehen werden! Was machen die Betroffenen dann in der Zwischenzeit?? Camping vor der Wohnungstüre ist doch eher nicht im Sinne der Kunden, oder?!?
:wink:

Bei ner Insolvenz werden ja erstmal alle Gläubiger bedient, also die Zulieferer, Hardwarehersteller und Vermieter des Firmensitzes. Wenn diese dann irgendwann ausgezahlt wurde, kommen die Kunden. Vorausgesetzt es ist dann noch Geld aus der Insolvenzmasse vorhanden. Also warscheinlich nicht.

Aber vielleicht spingt ja auch ne Versicherung für die Kunde ein, vorausgesetzt das Unternehmen hat eine abgeschlossen.

@Ghandy
Wieso gibts zwischen dem Artikel oben und diesem hier so einen eklatanten Zeitunterschied bzgl. der Insolvenz? Weisst du da noch etwas…?

Das Münchner Startup Locumi Labs GmbH, die hinter dem Markennamen Nello stehende Firma, hat bereits vor rund einem Jahr Insolvenz angemeldet. Acht Monate suchte man nach neuen Investoren – vergeblich. Fünf Jahre nach der Gründung schließt das Unternehmen seine Pforten. Die Konsequenz daraus: Viele Produkte werden quasi über Nacht nutzlos. Das Problem: Nello setzt auf cloudbasierte Lösungen, die durch die Pleite zeitnah nicht mehr unterhalten werden können.

Somit wird der Server des Unternehmens schon in knapp zehn Tagen, am 18. Oktober, abgeschaltet. Das smarte Türschloss Nello One wird somit unbrauchbar, da es ausschließlich mit der Verbindung der eigenen Cloud funktioniert. Allerdings soll an einer alternativen Lösung gearbeitet werden, damit das 150 Euro teure Schloss auch weiterhin genutzt werden kann. Möglicherweise handelt es sich hierbei um die Anbindung an eine andere Cloud oder aber um eine Offline-Version durch ein Firmware-Update. Genauere Informationen dazu gibt es noch nicht.

Das smarte Schließsystem Nello One soll den physischen Schlüssel mehr oder weniger überflüssig machen. Das Produkt wird mit der Gegensprechanlage in der Wohnung sowie dem eingerichteten WLAN verbunden. Dadurch kann Nello One nicht nur das Klingeln erfassen, sondern parallel auch den Türöffner betätigen. Nutzer können das System bei Bedarf per Smartphone-App auch aus der Ferne bedienen.

Kritik erntete das Unternehmen immer wieder für den Cloud-Zwang und die damit verbundenen, rechtlichen Unsicherheiten. Man monierte, dass Nello One im Ernstfall nicht offline genutzt werden könne. (inside-digital)

Komisch. Also meine Quelle ist die Pressemitteilung vom Hersteller vom 25. Juli 2019 (!). Die Pressemitteilungen sind weiter unten. Da steht:

Das Münchner Startup LOCUMI LABS GmbH hat am 22.07.2019 einen Eigen-insolvenzantrag gestellt.